PSYCHOTHERAPIE IM EINZELSETTING

PSYCHOANALYTISCHE PSYCHOTHERAPIE

Raum gewinnen, sich Selbst-Erleben.



Was ist Psychotherapie überhaupt?


Wenn man nach Psychotherapie und ihrer Definition durch das Psychotherapiegesetz recherchiert, so findet man eine ausführliche und verschachtelte Erläuterung:

§ 1. (1) Die Ausübung der Psychotherapie im Sinne dieses Bundesgesetzes ist die nach einer allgemeinen und besonderen Ausbildung erlernte, umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychosozial oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden in einer Interaktion zwischen einem oder mehreren Behandelten und einem oder mehreren Psychotherapeuten mit dem Ziel, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, gestörte Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern und die Reifung, Entwicklung und Gesundheit des Behandelten zu fördern.

Was bedeutet Psychotherapie für den/die, der/die sich in meine Praxis begibt?



Psychotherapie, so wie ich sie verstehe, ist die Möglichkeit in einem geschützten Rahmen genügend Ruhe und Entspannung finden zu können, um sich seiner selbst in Form von Empfindungen, Gedanken und Vorstellungen gewahr zu werden. Zugleich besteht die Möglichkeit diese bewusst gewordenen Wahrnehmungen mitzuteilen, um so eine neue Ordnung in sich schaffen zu können. So äußert man sich innerhalb eines mitfühlenden Raumes, der fähig ist Verständnis für die jeweilige Problematik zu entwickeln.

In einem zweiten Schritt erst wird durch dieses "Sich-Mitteilen" von sich ersichtlich, was denn die Reaktion Anderer auf einen selbst und auf sein Verhalten ist- das gilt vor allem für die Gruppentherapie!

Viele sogenannte "Muster" können dadurch verstanden und gemeinsam hinterfragt werden. Auch in der Gruppe geschieht das geschieht auf dem fruchtbaren Boden der Empathie und dem des "Raum-Schaffens". Jener innere Raum für unser Bewusst-Sein, der im Alltag oft nicht gegeben ist.



Wann kann Psychotherapie sinnvoll sein und für wen?


Psychotherapie kann zu unterschiedlichen Momenten und Phasen sinnvoll sein. Entweder Sie wissen nicht weiter, weil Sie sich von Ihrem Leben bzw. von Ihrem Erleben in die Ecke gedrängt fühlen oder aber, Sie sind interessiert an sich und Ihren bisher unbewussten inneren Landstrichen. Sozusagen auf der Suche danach, Ihren inneren Horizont zu erweitern. Oftmals handelt sich um eine Mischung aus beidem.


Welche Art von Psychotherapie wird angewendet?


Es handelt sich hier um psychoanalytische Psychotherapie und Gruppenpsychoanalyse. Das ist Psychotherapie in der Gruppe und im Einzelsetting, nach psychoanalytischer Herangehensweise (siehe unten).



Über die psychoanalytische Herangehensweise


Das psychoanalytische Arbeiten lebt durch die Überzeugung, dass sich unsere zum Teil beschwerlichen, inneren wie äußere Umstände erst dann beginnen können zu verändern, wenn wir uns ihrer bewusst geworden sind. Wie sollte es anders gehen? Wenn wir nicht wissen, was uns in unserer persönlichen Entfaltung hindert, wir sehen ja nicht das ganze Bild, bloß die Auswirkung, das Symptom, wie sollte es sich lösen? Das Bewusst-werden scheint also, unabhängig von der jeweiligen Symptomatik und Geschichte eines Menschen, ein notwendiger Schritt zu sein. Nun aber, wie erreichen wir das?

Wie werden wir uns unserer selbst, unserer individuellen Eigenheit bewusst(er)? Insbesondere dort, wo es schwer fällt, wo wir an die unzugänglicheren Bereiche in uns treffen, wo wir eben an die Grenze treffen zwischen dem, was uns bewusst ist und dem, was uns nicht bewusst ist. Anders gesagt:

Wie dringen wir vor in unsere unbewussten Bereiche?



Zunächst erlauben wir uns, uns zu entspannen, ohne zu sehr an die Ergebnisse zu denken, die wir uns oft sehr stark wünschen, was natürlich ist, in Anbetracht unseres etwaigen Leidenszustandes. Mit anderen Worten, wir erlernen Geduld und dann sehen wir was da ist, so, wie es sich uns im Jetzt und Hier, innerhalb des psychotherapeutischen Rahmens, der psychoanalytischen Sitzung, einstellt.

Und vielleicht darf es dann sein, dass Manches (wieder) einfällt, was lange vergessen schien. Wir beginnen, uns zu erinnern. Wir schaffen Raum auf Basis unseres Mitgefühls und ohne zu zögern, gleiten wir unbehelligt, zunächst vielleicht kaum merklich, in eine neue Unabhängigkeit, die uns zunehmend selbstverständlich wird.